Inhalt:
Was ist es ?
Was merkt man ?
Wie entsteht es ?
Wen trifft es ?
Wie erkennt man es ?
Komplikationen
Klassifikationen
Wie behandelt man es ?
Nachbehandlung
Fachbegriffe

 

 

 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Der Schlüsselbeinbruch

- Clavikulafraktur -

 

mittiger Schlüsselbeinbruch ( gelber Pfeil ), 3D, Blick von oben
 

 

Hier erfahren Sie:
Was ist ein Schlüsselbeinbruch ?
Was merkt man bei einem Schlüsselbeinbruch ?
Wie entsteht ein Schlüsselbeinbruch ?
Wer erleidet Schlüsselbeinbrüche ?
Wie erkennt man einen Schlüsselbeinbruch ?
Welche Komplikationen haben Schlüsselbeinbrüche ?
Wie teilt man Schlüsselbeinbrüche ein ?
Wie behandelt man einen Schlüsselbeinbruch ?
Wie wird ein Schlüsselbeinbruch nachbehandelt ?

 

Was ist ein Schlüsselbeinbruch ( Definition ) ?
Es ist eine knöcherne Kontinutätsunterbrechnung - der Bruch - des Schlüsselbeines, oft infolge eines Unfalles / Sturzes und manchmal aufgrund eines Tumors ( sog. pathologische Klavikulafraktur ).

 

Was merkt man bei einem Schlüsselbeinbruch ( Symptome ) ?
Die Betroffenen verspüren regelmässig deutliche Schmerzen über dem Schlüsselbein. Ein Bluterguss / Schürfungen sind zu erkennen. Von aussen betrachtet kann eine Deformierung am Schlüsselbein auftreten. Der betroffenen Arm ist kaum und meist nur unter Schmerzen, im Akutfall, zu bewegen. Sehr selten können Bruchstücke durch die Haut spiessen. Sehr selten kann es, infolge Gefäss- oder Nervenverletzungen, zu Durchblutungsstörungen oder Lähmungen kommen.

 

Wie entsteht ein Schlüsselbeinbruch ( Ätiologie ) ?
Schlüsselbeinbrüche entstehen überwiegend durch Unfälle und Stürze, also traumatisch. Typisch sind diese Brüche zum Beispiel für Stürze beim Mountainbiking, Radfahren, Snowboarding und Skifahren. Manchmal entstehen Schlüsselbeinbrüche durch örtliche oder abgesiedelte Tumoren, welche das Schlüsselbein durch ihr Wachstum zerstören und in einem Bruch des Schlüsselbeines münden.

 

Wer erleidet Schlüsselbeinbrüche ( Epidemiologie ) ?
Männer sind deutlich eher betroffen als Frauen. Schlüsselbeinbrüche werden regelmässig bei Stürzen von Radfahrern und Mountainbikern, Skifahrern bzw. auch Motorradfahrern beobachtet, wenn diese über den Lenker hinweg zu Fall kommen.
Etwa 70% der Schlüsselbeinbrüche treten im mittleren Drittel auf.

 

laterale Clavikulafraktur

Aussenseitiger Schlüsselbeinbruch ( sog. laterale Clavikulafraktur )

 

Wie erkennt man einen Schlüsselbeinbruch ( Diagnostik ) ?
Neben der anfänglichen Befragung und Untersuchung ist vor allem das Röntgen des Schlüsselbeines, als bildgebendes Verfahren, die Methode der Wahl. Ergänzt werden kann das Röntgen des Schlüsselbeines u.U. durch Schichtbilder wie die Computertomographie. Der Bruch und die dreidimensionale Lagebeziehung sind derart gut analysierbar.

Begleitverletzungen der Weichteile, wie die der Rotatorenmanschette, o.ä. stellen sich mittels der Sonographie oder Kernspintomographie besser dar. Beim Verdacht auf Gefässverletzungen kann es notwendig sein eine Ultraschall Doppler Untersuchung oder Kontrastmitteldarstellung der Gefässe ( DSA oder Angiographie ) durchzuführen, um das Ausmass und Lage der Gefässverletzung zu erfassen. Sind begleitende Lähmungen vorhanden wird man einen Neurologen hinzuziehen.

 

Welche Komplikationen haben Schlüsselbeinbrüche ?
Schlüsselbeinbrüche können selten mit einem instabilen Schultergürtel, der sog. "floating shoulder", vergesellschaftet sein. Manchmal beobachtet man begeitende Ausrenkungen des Schultereckgelenkes oder des Gelenkes zwischen innerem Schlüsselbeinende und dem Brustbein ( das sog. Sternoclavikulargelenk ).
Kritisch können Schlüsselbeinbrüche dann werden, wenn sie mit begleitenden Gefäss- oder Nervenschäden einhergehe, weil die Bruchenden auf das Gefäss- / Nervenbündel / -geflecht drücken, welches direkt hinter dem Schlüsselbein - von Natur aus - verläuft. Selten sieht man offene Brüche, bei denen ein Bruchende durch die Haut spiesst. Auch begeleitende Verletzungen der Lunge ( sog. Hämatothorax oder Pneumothorax ) werden vereinzelt beobachtet.
Pseudarthrose ( Falschgelenk ) eines mittigen Schlüsselbeinbruches
Wie teilt man Schlüssselbeinbrüche ein ?
Mit Hinblick auf die Lage der Schlüsselbeinbrüche unterscheidet man zwischen dem aussenseitigen ( lateraler Schlüsselbeinbruch ), innenseitigen ( medialen Schlüsselbeinbrüchen ) und Brüchen im mittleren Drittel des Schlüsselbeines.
Eine weitere Unterscheidung der Schlüsselbeinbrüche ist die in traumatische ( Schlüsselbeinbrüche durch Unfall ) und krankhafte Schlüsselbeinbrüche ( sog. pathologische Brüche, z.B. infolge Tumoren ).
Die aussenseitigen ( lateralen ) Schlüselbeinbrüche unterscheidet man in die Typen 1 bis 4.
Der Typ 1 liegt aussenseitig der stabilisierenden Bänder ( coracoclavikuläre Bänder ) und ist stabil.
Der Typ 2 liegt in Höhe der Bandansätze der o.g. stabilisierenden Bänder.
Der Typ 3 liegt innenseitig der Bandansätze und ist als instabil anzusehen.
Der Typ 4 ist eine Sonderform. Dabei handelt es sich um äussere Schlüsselbeinbrüche im Kindes- und Jugendalter. Das äussere schlüsselbeinende ist selbst nicht gebrochen, aber aus dem Knochenhautschlauch ausgetreten.

 

Wie behandelt man einen Schlüsselbeinbruch ( Therapie ) ?
Die oft beobachteten Schlüsselbeinbrüche des mittleren Drittels werden nicht operativ mit einem Rucksackverband versorgt. Das ist ein spezieller Verband, der achtertourförmig um beide Schlüsselbeine und durch beide Achselhöhlen angelegt wird, um das gebrochene mittlere Schlüsselbeindrittel zu stabilisieren. Diese Rucksackverbände müssen in etwa 6 Wochen getragen werden.

Verplattung eines mittigen Schlüsselbeinbruches

 

Sollten komplizierte Schlüsselbeinbrüche, mit Gefäss- / Nervenverletzungen entstanden sein, wird meistens operativ vorgegangen, um das Nervengeflecht zu entlasten bzw. blutende Gefässe zu nähen. Das wird in der Regel mit einer stabilisierenden operativen Massnahme, wie der Verwendung von Platten, Schrauben oder Drähte, kombiniert.
Aussenseitige, sog. laterale Schlüsselbeinbrüche, versorgt man je nach Typ ( s.o. ) verschieden:
Der Typ 1 wird mit einer Schienung / Verband behandelt. Ist der Typ 2 Bruch des äusseren Schlüsselbeinendes wenig verschoben behandelt man ohne Operation. Ist er mehr verschoben, wird man operativ tätig. Der Typ 3 wird mit einem Rucksackverband versorgt und den Typ 4 muss man operativ mit einer Richtung des Bruches und Stabilisierung therapieren. Die Versorgung dieser unterschiedlichen Brüche des äusseren Schlüsselbeinendes werden durchaus unterschiedlich diskutiert und es ist regelmässig eine Einzelfallentscheidung zu treffen.
Bei der seltenen Floating shoulder besteht die Möglichkeit den Schlüsselbeinbruch operativ, beispielsweise mit einer Platte zu versorgen und den Schulterblattbruch konservativ - ohne OP - ausheilen zunlassen.
Verheilt ein Schlüsselbeinbruch unter der konservativen ( nichtoperativen ) Therapie nicht, d.h. es bildet sich ein Falschgelenk ( sog. Pseudarthrose ) aus, geht man operativ vor, indem man beispielweise eine Verplattung, u.U. mit Anlagerung eines Knochentransplantates, vornimmt.
Pseudarthrose ( Falschgelenk ) eines aussenseitigen Schlüsselbeinbruches ( gelber Pfeil )
Wie wird ein Schlüsselbeinbruch nachbehandelt ?
Bei der nichtoperativen Behandlung werden Schlingen wie der Rucksackverband etwa 6 Wochen getragen. Nach Operationen hängt es vom Einzelfall, und zwar dem Bruchtyp und der Art der operativen Versorgung, wie auch der Knochenqualität und den individuellen Patientengegebenheiten ab. Die Schwankungsbreite reicht von einer Ruhigstellung für einige Tage bis hin zu etwa 6 Wochen.
Begleitend werden Schmerzmedikamente verordnet und u.U. eine Physiotherapie / Krankengymnastik durchgeführt.
 

Verplattung Schlüsselbeinbruch

 

Fachbegriffe für den Schlüsselbeinbruch ( Synonyme ):
Klavikulafraktur, Clavikulafraktur, mediale Clavikulafraktur, laterale Clavikulafraktur, Clavikula Fx

 

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